Therapieformen

In Deutschland gibt es verschiedene Psychotherapieverfahren, deren Wirksamkeit wissenschaftlich untersucht wurde und deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Zu diesen Verfahren gehören:

● Verhaltenstherapie:
Die Verhaltenstherapie konzentriert sich darauf, ungünstige Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster zu erkennen und schrittweise zu verändern. Hierbei kommen unter anderem praktische Übungen, kognitive Techniken und die schrittweise Auseinandersetzung mit schwierigen Situationen zum Einsatz.

● Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie:
Diese Therapieform beschäftigt sich mit inneren Konflikten, Beziehungserfahrungen und unbewussten Mustern, die psychische Beschwerden beeinflussen können. Ziel ist es, diese Zusammenhänge besser zu verstehen und Veränderungen im Erleben und Verhalten zu ermöglichen.

● Psychoanalyse:
Die Psychoanalyse ist ein tiefenpsychologisches Verfahren, das sich besonders intensiv mit unbewussten Prozessen, frühen Beziehungserfahrungen und deren Einfluss auf das heutige Erleben beschäftigt.

● Systemische Therapie:
Die systemische Therapie betrachtet psychische Probleme im Zusammenhang mit sozialen Beziehungen und dem persönlichen Umfeld, beispielsweise innerhalb von Partnerschaft, Familie oder anderen sozialen Systemen. Veränderungen sollen dabei insbesondere durch neue Sichtweisen und veränderte Interaktionsmuster ermöglicht werden.

Investment, Motivation & Therapeutische Aufgaben:

In der Verhaltenstherapie geht es neben dem Verständnis Ihrer Probleme und deren Hintergründe vor allem auch darum, was Sie heute konkret tun können, um Veränderungen in Ihrem Leben zu erreichen. Hierzu werden therapeutische Techniken eingesetzt, die dabei helfen sollen, Verhaltens- und Denkmuster schrittweise zu verändern.

Damit diese Veränderungen entstehen können, reicht es in der Regel nicht aus, Inhalte lediglich in den Therapiesitzungen zu besprechen. Viele therapeutische Methoden müssen im Alltag geübt und wiederholt angewendet werden. Deshalb beinhaltet Verhaltenstherapie häufig therapeutische Aufgaben, die Sie zwischen den Sitzungen selbstständig bearbeiten. Dazu kann beispielsweise gehören, schwierige Situationen zu protokollieren, neue Verhaltensweisen auszuprobieren, eigene Lösungsstrategien festzuhalten oder sich schrittweise Situationen zu stellen, die bisher vermieden wurden.

Die bisherige Forschung zeigt, dass der Therapieerfolg in vielen Fällen eng damit zusammenhängt, wie regelmäßig und konsequent Menschen diese therapeutischen Aufgaben im Alltag umsetzen (beispielhafte Quelle: Kazantzis et al., 2016, Quantity and Quality of Homework Compliance: A Meta-Analysis of Relations With Outcome in Cognitive Behavior Therapy).

Das erscheint zunächst selbstverständlich: Wer langfristig Zeit, Energie und Aufmerksamkeit in die Verfolgung seiner Therapieziele investiert, macht häufig größere Fortschritte als jemand, der nur unregelmäßig oder oberflächlich an diesen Zielen arbeitet. Gleichzeitig erleben viele Menschen, dass Veränderung deutlich schwieriger ist, als es zu Beginn erscheint.

Kurzfristig angenehme Aktivitäten fallen uns Menschen meist leichter als langfristig hilfreiche, aber anstrengende Veränderungen. Eine halbe Stunde Unterhaltung vergeht oft schnell; eine halbe Stunde intensive körperliche oder emotionale Arbeit kann sich dagegen sehr lang anfühlen. Die Arbeit an therapeutischen Zielen gehört häufig zu diesen anstrengenden Prozessen — insbesondere deshalb, weil es oft um emotional belastende oder lange vermiedene Themen geht.

Deshalb ist es uns wichtig, bereits zu Beginn der Therapie gemeinsam realistisch zu betrachten, welche Veränderungen Sie erreichen möchten und was Sie bereit und in der Lage sind, dafür langfristig zu investieren. Veränderung bedeutet nicht, jederzeit maximal motiviert zu sein. Motivation schwankt bei allen Menschen. Entscheidend ist häufig, trotz Phasen von Unsicherheit, Frustration oder Erschöpfung schrittweise weiter an den eigenen Zielen zu arbeiten.

Unsere Aufgabe als Therapeutinnen und Therapeuten ist es, Sie dabei zu unterstützen, hilfreiche Strategien aufzubauen, Hindernisse besser zu verstehen und langfristig „dranzubleiben“. Gleichzeitig können wir Ihnen die notwendige Veränderungsarbeit nicht vollständig abnehmen. Psychotherapie ist deshalb in der Regel ein gemeinsamer Prozess, der sowohl therapeutische Unterstützung als auch Ihre aktive Mitarbeit erfordert.

 

Feedback in der Therapie:

Die therapeutische Beziehung ist ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Psychotherapie. Deshalb ist uns ein offener und ehrlicher Austausch besonders wichtig.

Im Verlauf der Therapie erhalten Sie regelmäßig Rückmeldungen und Feedback von Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten. Genauso wichtig ist uns jedoch auch Ihre Rückmeldung an uns. Wenn Ihnen etwas unangenehm erscheint, Sie sich missverstanden fühlen oder Zweifel am therapeutischen Vorgehen haben, möchten wir Sie ausdrücklich ermutigen, dies anzusprechen.

Gerade schwierige oder kritische Rückmeldungen können für den therapeutischen Prozess sehr wertvoll sein. Häufig lassen sich Missverständnisse klären, Bedürfnisse besser verstehen oder das therapeutische Vorgehen gemeinsam anpassen. Viele Menschen erleben es zunächst als ungewohnt oder schwer, solche Themen offen anzusprechen. Falls Ihnen dies im direkten Gespräch schwerfällt, kann es auch hilfreich sein, Ihre Gedanken zunächst schriftlich — beispielsweise per E-Mail — mitzuteilen.

Psychotherapie ist ein gemeinsamer Prozess. Damit wir möglichst gut auf Ihre Bedürfnisse eingehen können, sind wir auf Ihre zeitnahe und offene Rückmeldung angewiesen.

Grundsätzlich freuen wir uns über jede Form von konstruktivem Feedback — sowohl über positive Rückmeldungen als auch über Hinweise darauf, was Sie sich anders oder hilfreicher wünschen würden.